Kratom verstehen

Kratom ist einer der meistgesuchten Pflanzennamen in unserem Sortiment. Gleichzeitig kursieren kaum zu einer anderen Pflanze so viele widersprüchliche Aussagen. Die einen sehen darin ein harmloses Teekraut, die anderen eine gefährliche Droge. Beides trifft es nicht. Hier steht, was über die Pflanze, ihre Inhaltsstoffe und ihre Risiken tatsächlich bekannt ist.

Die Pflanze

Kratom (Mitragyna speciosa) ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und damit ein entfernter Verwandter des Kaffeestrauchs. Er wächst in den feuchten Tieflandwäldern Südostasiens: in Thailand, Malaysia, Indonesien (vor allem auf Borneo und Sumatra) und bis nach Papua-Neuguinea. In der Wildnis wird er oft über zehn Meter hoch, auf Plantagen hält man ihn niedriger. Verwendet werden die großen, glänzenden, eiförmigen Blätter. Sie werden getrocknet und fein gemahlen.

Kratom Pulver

Der Name stammt aus dem Thailändischen. In Malaysia heißt die Pflanze Ketum, in Teilen Indonesiens Kakuam oder Biak.

Traditionelle Verwendung

In Thailand und Malaysia kauten Feld- und Plantagenarbeiter seit Generationen frische Kratomblätter. Damit wollten sie lange, körperlich harte Arbeitstage in der Hitze besser durchstehen. Getrocknete Blätter wurden auch als Tee aufgegossen, bei Festen gereicht oder in der Volksmedizin eingesetzt. Diese Tradition ist gut dokumentiert. Sie war allerdings eingebettet in feste soziale Regeln, und schon frühe Berichte aus Thailand beschreiben auch Gewöhnung und Abhängigkeit bei täglichem Gebrauch.

Inhaltsstoffe

Die Blätter enthalten über 40 verschiedene Alkaloide. Das wichtigste ist Mitragynin, das den größten Teil des Alkaloidgehalts ausmacht. In deutlich kleineren Mengen ist 7-Hydroxymitragynin enthalten, ein Stoff, der wesentlich stärker wirkt. Beide binden unter anderem an die Opioidrezeptoren im Nervensystem, allerdings anders als klassische Opioide. Daneben wirken sie auf weitere Rezeptorsysteme. Wie viel von welchem Alkaloid in einem Blatt steckt, hängt von Herkunft, Erntezeitpunkt, Alter des Baums und Verarbeitung ab.

Wichtig ist die Abgrenzung zu den konzentrierten Produkten, die vor allem in den USA verkauft werden: Isoliertes oder chemisch angereichertes 7-Hydroxymitragynin (oft „7-OH“ genannt) hat mit dem natürlichen Blattpulver nichts mehr zu tun. Solche Produkte sind dort inzwischen im Visier der Behörden.

Kratom Baum

Wirkung

Die meisten Erkenntnisse zur Wirkung stammen aus Befragungen von Konsumentinnen und Konsumenten und aus Tierversuchen. Kontrollierte Studien am Menschen gibt es erst wenige. Übereinstimmend beschrieben wird eine dosisabhängige Wirkung: In geringen Mengen berichten Konsumierende eher von einem anregenden, konzentrationsfördernden Effekt, ähnlich wie bei Kaffee. In größeren Mengen überwiegt eine beruhigende, dämpfende Wirkung. Wie stark das ausfällt, ist individuell sehr verschieden.

Rot, Grün, Weiß: Was hinter den Sorten steckt

Im Handel wird Kratom nach Farben und Regionen unterschieden, etwa „Borneo Red“, „Bali Green“ oder „Sumatra White“. Die Farbe bezieht sich auf die Blattadern der geernteten Blätter und hängt mit dem Reifegrad und der Trocknung zusammen. Den Farben werden oft bestimmte Wirkprofile zugeschrieben: Rot gilt als eher entspannend, Weiß und Grün als eher anregend. Diese Einteilung beruht auf Händlertradition und Erfahrungsberichten. Wissenschaftlich ist bisher nicht belegt, dass sich die Farben verlässlich im Alkaloidprofil unterscheiden. Auch Namen wie „Maeng Da“ sind Handelsbezeichnungen, keine botanischen Varietäten.

Risiken

Kratom ist nicht harmlos. Bei regelmäßigem Konsum kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Beim Absetzen können dann Entzugserscheinungen auftreten, etwa Unruhe, Schlafstörungen, Gliederschmerzen und Reizbarkeit. Als Nebenwirkungen werden unter anderem Übelkeit, Verstopfung, Schwindel und Appetitlosigkeit beschrieben. In seltenen Fällen wurden Leberschäden und Krampfanfälle berichtet.

Besonders gefährlich ist die Kombination mit Alkohol, Opioiden, Benzodiazepinen, Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder anderen dämpfenden Substanzen. Kratom kann außerdem den Abbau vieler Medikamente in der Leber beeinflussen. Für Schwangere, Stillende, Minderjährige und Menschen mit Leber-, Herz- oder psychischen Vorerkrankungen ist Kratom nicht geeignet. Wer Medikamente einnimmt, sollte vorher ärztlich Rücksprache halten. Dosierungsempfehlungen geben wir bewusst nicht.

kratom blüte

Rechtslage

In Österreich ist Kratom weder im Suchtmittelgesetz noch im Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz erfasst. In Deutschland steht es ebenfalls weder im Betäubungsmittelgesetz noch im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. In der gesamten EU ist Kratom jedoch nicht als Lebensmittel zugelassen und darf nicht als solches verkauft werden. Mehrere Länder haben Kratom oder seine Alkaloide verboten, darunter Dänemark, Schweden, Polen, Litauen, Lettland, Rumänien und Italien, außerhalb der EU auch Großbritannien. Wer reist oder bestellt, sollte die Rechtslage im jeweiligen Land vorher prüfen. Sie kann sich schnell ändern.

Häufige Fragen zu Kratom (FAQs)

Ist Kratom in Deutschland verboten? Nein. Kratom steht in Deutschland weder im Betäubungsmittelgesetz noch im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Es ist aber nicht als Lebensmittel zugelassen und darf deshalb nicht zum Verzehr verkauft werden.

Ist Kratom in Österreich legal? Kratom ist in Österreich weder im Suchtmittelgesetz noch im Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz erfasst. Auch hier gilt: Als Lebensmittel ist es in der EU nicht zugelassen.

Ist Kratom eine Droge? Kratom ist eine Pflanze mit psychoaktiven Inhaltsstoffen. Seine Alkaloide wirken unter anderem an den Opioidrezeptoren. Deshalb stufen Gesundheitsbehörden Kratom als Substanz mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial ein, auch wenn es in Österreich und Deutschland nicht verboten ist.

Macht Kratom abhängig? Ja, das ist möglich. Bei regelmäßigem Konsum kann sich eine körperliche Abhängigkeit entwickeln. Beim Absetzen können Entzugserscheinungen wie Unruhe, Schlafstörungen und Gliederschmerzen auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen rotem, grünem und weißem Kratom? Die Farbe bezeichnet die Blattadern der geernteten Blätter und hängt mit Reifegrad und Trocknung zusammen. Die üblichen Zuschreibungen („rot entspannt, weiß regt an“) stammen aus dem Handel und aus Erfahrungsberichten. Wissenschaftlich belegt sind sie bisher nicht.

Wie wurde Kratom traditionell verwendet? In Thailand und Malaysia wurden frische Blätter gekaut oder getrocknete Blätter als Tee aufgegossen, vor allem von Feld- und Plantagenarbeitern.

Hilft Kratom gegen Angst oder Schmerzen? Dafür gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege. Kratom ist kein zugelassenes Arzneimittel und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Wer unter Angst oder Schmerzen leidet, sollte sich ärztlich beraten lassen.

Fazit

Kratom ist eine Pflanze mit langer Tradition in Südostasien und einer komplexen Pharmakologie, die erst in Ansätzen erforscht ist. Wer sich damit beschäftigt, sollte die Pflanze kennen, einschließlich ihrer Risiken, und nicht nur die Sortennamen.

Unser Kratom-Sortiment findest du hier :)

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